Wachgeküsst: das Pfälzer Schloss in Groß-Umstadt

Ein Blick auf die sanierte Westseite des Pfälzer Schlosses. Das Erdgeschoss besteht aus der alten Umstädter Stadtmauer

Groß-Umstadt. Die im Rahmen des Konjunkturprogramms des Landes Hessen durchgeführte Sanierung und Renovierung des Pfälzer Schlosses ist im Mai beendet. Ab Juni kann das Schloss wieder für Feste, Veranstaltungen und für die Sitzungen der Groß- Umstädter Stadtverordneten-versammlung genutzt werden.

Seit Dezember 2009 wird das im Eigentum der Stadt befindliche Bauwerk umfassend innen wie außen renoviert mit frisch angelegtem Putz, neuen Anstrichen und Böden sowie einer rundum erneuerten Decke mit teilweise erhaltenem aber auch neuzeitlichem Gebälk. Alleine der rund 220 qm große Rittersaal setzt den Betrachter in Erstaunen. Ihm offenbart sich ein harmonisches Zusammenspiel von elegantem Eichen Schlossdielenboden, einer Decke auf drei achtseitigen Holzstützen mit der majestätischen Raumhöhe von fast 5 Metern, neuen satt grün gestrichenen Fenstern mit der alten Bleiverglasung und einem wunderbaren Farb- und Lichtspiel im Saal. Die neuen Innenanstriche orientierten sich an der Gestaltung aus den Anfängen des Schlosses.

Ab Juni präsentiert sich das im 15. Jahrhundert auf den Resten einer Wasserburg gebaute Schloss in alter frischer Würde. Das Untergeschoss aus Sandstein ist aus jener Zeit noch erhalten. Das Obergeschoss wurde 1806 nach einem Brand als barocker Fachwerkbau aufgestockt. Markus Dittmann vom städtischen Gebäudemanagement und damit die Bauaufsicht für die Schloss-Sanierung ist sehr zufrieden mit dem Ablauf der Arbeiten: „Wir sind trotz einiger erst spät entdeckter Schäden im Dach gut im Budget geblieben. Die Gesamtkosten belaufen sich nun auf 2,4 Mio. Euro. 1,4 Mio. Euro erhielten wir vom Land Hessen als Zuschuss im Rahmen des Konjunkturförderprogramms 2009.“ Die Gesamtleitung für die Gebäudesanierung hatten das Architekturbüro Rittmannsperger und das Ingenieurbüro Hess, beide aus Darmstadt. Bei den Auftragsvergaben wurde darauf geachtet, dass das Handwerk der Region – vorausgesetzt die Angebote entsprachen den Ausschreibungskriterien – weitgehend Berücksichtigung fand.

Der Malerbetrieb Frohmuth, die Maler vom Otzberg, war verantwortlich für den Anstrich der Außenfassade. Dabei wurde die Sandsteinmauer mit Silikatfarbe gestrichen. Eine Farbe, die schon seit 1880 genutzt wird und die ideal für harte, mineralische Untergründe ist. Die Farbe zeichnet sich durch hohe Witterungs- und Lichtbeständigkeit aus. Um ein gleichmäßiges und harmonisches Gesamtbild der Außenwände zu erzeugen, mussten die Maler vom Otzberg die Farben insgesamt dreimal anlegen. Das ist deshalb besonders anspruchsvoll, da diese Farben auf Außentemperaturen und Feuchtigkeit des Untergrunds ganz unterschiedlich reagieren. Markus Dittmann ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Nun kann sich das erste Hochzeitspaar im „wachgeküssten Schloss“, das Anfang Juni sein Vermählungsfest im Rittersaal feiert, auf ein wunderbares Ambiente freuen: Innen wie Außen.

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