Walter Renneisen im Bürgerzentrum in Groß-Bieberau

Walter Renneisen

Der Magistrat der Stadt Groß-Bieberau konnte im Rahmen seiner Kulturarbeit, den bekannten Kabarettisten und Schauspieler Walter Renneisen, zu einem gemütlichen Abend mit der humorvollen Dialektreise „Deutschland, Deine Hessen“ gewinnen. Die Veranstaltung findet am Freitag den 29.10.2010 im Bürgerzentrum in Groß-Bieberau statt.
Der Eintritt im Vorverkauf beträgt 12,– €, an der Abendkasse 15,– €. Der Vorverkauf findet in der Stadtkasse Groß-Bieberau, der Sparkasse Groß-Bieberau, der Bäckerei Storck Groß-Bieberau und der Post- und Lottostelle Pfeifer Groß-Bieberau statt.

Das tolle Programm „Deutschland, Deine Hessen…“ ist eine höchst unterhaltsame, komische Auseinandersetzung, mit den Hessen und dem hessischen Humor. Walter Renneisen bietet Kabarett mit, von und über die Hessen, aber auch die Nichthessen. Deutschland, Deine Hessen heißt ein Potpourri aus literarischen Fundstücken, Mundartgedichte, Erzählungen und sonstigen Sprachschnippeln in hessischer Sprache über die Hessen. Der Theater- und Filmschauspieler Walter Renneisen lässt unter anderm Tacitus, die Brüder Grimm, Goethe, Grimmelshausen, Robert Schneider, Hans Schiebelhuth und Rudolf Krämer-Badoni zu Wort kommen. Selbst Tacitus hat etwas über die Hessen zu sagen: „Die Hessen haben trainierte Körper, kräftigen Bau, trotzigen Blick und entschlossenen Mut. Für Deutsche haben sie viel Verstand. Dazu gibt es Literarisches aus eigener Feder. Treffend rezitiert und liest Walter Renneisen Mundartgedichte und Anekdoten: „Keine Witze“, wie er betont – sondern echte Lebensweisheiten, die auf Hessische auch in dem (durchaus vollständigen) Satz: „Ei jei jei jei jei jei jei“ ausgedrückt werden können. Es komme dabei nur auf die Betonung und den entsprechenden Gesichtsausdruck an, meinte er.
Auch „enaus, enuff, enibber, enunner, und enei“ – wer mit dieser Wegbeschreibung etwas anzufangen weiß, muss ein echter Heiner orrer Ourewäller sein. Denn genau so beschreibt sich auf Heinerdeutsch, wenn ein Reisender am Darmstädter Hauptbahnhof umsteigen und über die Querüberführungen den Bahnsteig wechseln muss. Unter anderem wird auch endlich geklärt, warum im hessischen Dialekt so viele Vornamen mit S beginnen – was aber auch kein Wunder ist, wenn man Jean, Georg und Charlottte mit rechnet.

Walter Renneisen, der gebürtige Mainzer, in Bensheim verheiratet, hat nach dem Abitur in Rüsselsheim an den Universitäten Köln und Mainz Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie studiert. Nach dem Besuch der Westfälischen Schauspielschule in Bochum bekam er am dortigen Schauspielhaus sein erstes Engagement, dem Verpflichtungen an die Städtischen Bühnen Dortmund und an das Staatstheater Darmstadt folgten.

Seit 1976 ist Renneisen als „freier Schauspieler“ bei Hörfunk, Film und Fernsehen beschäftigt. Dem Theater blieb er verbunden durch häufige Gastrollen bei den Staatstheatern Stuttgart und Darmstadt, den Bühnen der Stadt Bonn, dem Deutschen Theater in Göttingen oder dem Fritz Rèmond Theater in Frankfurt. Walter Renneisen wirkte in über 200 Hörspielen mit, u. a. als Er in „Nachtschatten“ und als Gimli in „Der Herr der Ringe“, in den Spielfilmen „Regentropfen“ und „Linda“ spielte er eine Hauptrolle.

Im Fernsehen spielte er sowohl klassische Rollen, u.a. in „Don Carlos“ als Domingo, in Wallenstein als Graf Isolani, als auch in Serienrollen in „Rote Erde“, oder „Der König“. In Gastrollen konnte man ihn in „Tatort“, „Der Alte“, „Derrick“, „Ein Fall für zwei“, „Adelheid und ihre Mörder“, „Siska“; aber auch Rollen in Fernsehspielen („Der Nebenbuhler“, „Ein unvergessliches Wochenende in Salzburg“) sehen.

Walter Renneisen erhielt 1985 den Hörspielpreis der Kriegsblinden, 1995 den Adolf Grimme Preis, 2004 den hessischen Verdienstorden und 2005 den Sonderpreis der INTHEGA (Die INTHEGA-Preise zeichnen nach Ablauf einer Spielzeit als Abstimmungsergebnis der Mitglieder in Form einer begründenden Urkunde drei Produktionen des Schauspiels sowie je eine der Bereiche Musiktheater und Musik – Theater – Crossover von Tourneetheatern aus, die sich auf der Grundlage des risikofreudigen Einsatzes eines Privattheaters durch Einzel- und Gesamtleistungen in besonderer Weise künstlerisch hervorgehoben haben).

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