Wandern mit andern in Fränkisch-Crumbach

Geht munter in das Land hinein und wandelt über Berg und Feld.

Fröhliches Wandern stets hart an der Grenze

Fränkisch-Crumbach. Am vergangenen Sonntag lud der Fränkisch-Crumbacher Bürgermeister Gerhard Maser zum offiziellen Gemarkungsrundgang ein. Angesichts der Wetterlage nur etwas für stabile Charaktere. Obwohl: Geregnet hat es nicht und die Stimmung war durchaus sonnig auf der beachtlich langen Strecke, auf der Oberförster Edmund Bachman den Wanderern Geschichten über Land und Leute, wilde Tiere und Historie erzählte. Die Gemarkungswanderung führte von der Ortsmitte über Michelbach nach Eberbach, von dort aus nach Laudenau zum Wildweibchenstein bis zur Buchwaldhütte – die Hütte ganz oben im Wald, in der jeder, der in Fränkisch-Crumbach leben und lieben will, mindestens einmal im Leben einen deftigen Eintopf mit würziger Wurst gegessen haben sollte. Zurück ging es dann in die Ortsmitte über das Wasserloch, die Nonroder Höhe durch den Herrenwald vorbei an der Baronsruhe und den „Drei Tannen“. Was für ein schönes Land!
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war es für viele Städte und Gemeinden ein Muss, ein offizielles, öffentliches Ereignis, die Gemarkungsgrenze zu begehen. Die einen taten es jährlich, andere wiederum nur alle 5 oder 7 Jahre. Wichtig dabei war, sich vom Zustand der Grenzmarkierungen, also der Grenzsteine, zu überzeugen und diese aufzufrischen und gegebenenfalls zu ersetzen. Damals eine hoheitliche Aufgabe der Städte und Gemeinden, die auch nur von deren Beamten, Magistratsmitgliedern und besonders geladenen Gästen ausgeführt wurde.
Als es dann die exakten topographischen Karten gab, waren Grenzgänge nicht mehr notwendig. Da so ein Grenzgang aber immer auch etwas mit Bewegung in der Gemeinschaft in frischer Luft und mit Natur- und Landschaftsgenuss und lustiger Gesellschaft zu tun hatte, machten viele aus dem ehemals verordneten Wandern ein fröhliches Wandern, doch immer hart an der Grenze, geographisch manchmal auch konditionell.
Wandern, das ist – aus der Romantik betrachtet – eine typisch deutsche Bewegungsart. Nach dem Motto: Wohlauf! Es ruft der Sonnenschein. Hinaus in Gottes freie Welt. Geht munter in das Land hinein und wandelt über Berg und Feld! Das sind vier Verse aus zwei Gedichten. Das eine von Eichendorff, das andere von Tieck – zwei herausragende Protagonisten der deutschen Romantik. Eigentlich schön, so ein Wandern mit andern – liebe Leser, lasst euch begeistern dafür, liebe Veranstalter, macht ein Bürgerfest daraus!

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