Willi Schissler – Otzberg

Willi Schissler – Otzberg

Der Otzberger Willi Schissler ist nicht nur ein begeisterter Schreiber, sondern auch ein leidenschaftlicher Wanderer und Naturfreund. Die Liebe zu seiner Odenwälder Heimat, aber auch das Reisen in ferne Länder spielen in seinem Leben eine große Rolle. Das spiegelt zudem in seinem gerade erschienen Odenwald-Krimi wieder.

Willi Schissler wurde im Dezember 1949 in Nieder-Klingen geboren, wo er die Grundschule besuchte. Später wechselte er auf das Gymnasium nach Groß- Umstadt und beendete dort seine Schulzeit mit der Mittleren Reife. Schon als Junge begeisterte sich der Odenwälder für den Fußball-Sport. Mit neun Jahren fing er in der damals frisch gegründeten Schülermannschaft beim TV 1921 Nieder-Klingen an zu spielen. Er blieb seinem Heimatverein später als Trainer der Jugendmannschaften treu und durchwanderte als aktiver Spieler alle Mannschaftsklassen bis zu den „Alten Herren“.

Nach der Schule absolvierte Willi Schissler bei der Sparund Darlehenskasse in Lengfeld (heutige Voba) eine Lehre zum Bankkaufmann, sammelte dort einige Jahre Berufserfahrung und wechselte schließlich im Juli 1970 zu einem Institut für Marktforschung in Frankfurt, bei dem Willi Schissler bis heute tätig ist. Neben der beruflichen Veränderung und Weiterentwicklung wurde das neue Jahrzehnt auch im privaten Bereich für den Otzberger bedeutend: Auf der Klinger Kerb lernte er im Juli 1970 seine künftige Frau Karin kennen. Die beiden heirateten ein Jahr später und im November 1976 kam die gemeinsame Tochter Yvonne zur Welt.

Zahlreiche Hobbys und Interessen prägten neben dem Familien- und Berufsleben den heute 62-Jährigen. Schon lange begeisterte sich Willi Schissler für die Musik, Literatur und ferne Länder. Besonders Afrika, die Rolling Stones und Krimis haben es ihm „angetan“. „Ich bin ein großer Afrika-Fan und wollte schon immer einmal diesen Kontinent erkunden“, erklärt der Otzberger, der sich vor zwei Jahren diesen Wunsch erfüllte. Drei Wochen bereiste er zusammen mit seiner Frau Namibia, sammelte neue Eindrücke, erlebte die vielfältige Tierwelt und lernte Land und Leute kennen. Wenn möglich, möchte Willi Schissler bald wieder in dieses Land reisen.

Wie der afrikanische Kontinent so war auch das Schreiben ein lang gehegter Wunsch des Odenwälders. „Ich wollte schon immer mal ein Buch schreiben. Leider hat mir dazu aber die nötige Zeit gefehlt“, erklärt Willi Schissler. Zeit fürs Schreiben fand er, als er 2008 in die Altersteilzeit ging und damit drei Tage in der Woche in Ruhe seine Plots entwickeln konnte: So nahm der u. a. in Nieder-Klingen spielende Krimi „Im Schatten der Veste“, für den der Otzberger wertvolle Tipps vom hessischen Krimiautor und Kenner der Polizeiarbeit, Rainer Witt, erhielt, rasch Form an. In der vergangenen Woche fand eine Signierstunde seines Buches statt, in dem Hauptkommissar Heiner Dröger eine bizarre Mordserie lösen muss. Auf den Geschmack des Schreibens gekommen, werden in Zukunft bestimmt noch weitere Werke des Nieder-Klingers folgen. Doch das soll keineswegs in Stress ausarten, schließlich will Willi Schissler seine Altersteilzeit und den bevorstehenden Ruhestand genießen. Gerne fährt der unternehmungslustige 62-Jährige mit seiner Frau Karin in den Süden – beispielsweise nach Spanien. Darüber hinaus hält er sich mit saunieren und wandern fit: Vor einigen Jahren hat sich eine Wandergruppe zusammengefunden, mit der der Otzberger schon viele schöne Touren entlang des Nibelungensteiges, durch die Fränkische Schweiz sowie verschiedene Odenwaldwanderungen unternommen hat.

Willi Schissler besucht nun schon seit über 30 Jahren den Fußballer-Stammtisch, bei dem schon so manches Fest gefeiert wurde. 2010 entstand noch ein weiteres Projekt: Gemeinsam mit Gleichgesinnten gründete der Heimatverbundene vor zwei Jahren die Gruppe „Klinger Storch“ und engagiert sich mit den mittlerweile 125 Mitgliedern für den Erhalt und Fortbestand der Odenwälder Störche. Neben dem Bau eines Nestes für die Zugvögel soll deren Lebensraum verbessert und geschützt werden. „Vor kurzem haben wir sogar einen Storchenwanderweg erschlossen: Der Rundwanderweg beginnt an der Schule in Lengfeld und führt unterhalb der Veste Otzberg nach Nieder-Klingen, vorbei am Storchennest und wieder zurück zum Ausgangspunkt“, so der vielseitig Interessierte.

Viele Pläne und neue Ziele hat Willi Schissler auch für die kommenden Monate. Ein neues Buch ist angedacht, weitere Wanderungen und Reisen mit seiner Frau Karin stehen an und auch mit dem „Klinger Storch“ sind noch neue Projekte geplant. So wird bei dem engagierten Otzberger auch nach Januar 2013, wenn seine Rentenzeit beginnt, keine Langeweile aufkommen.

Wenn Sie König von Deutschland wären, was wäre Ihre erste Tat? Willi Schissler: Wenn ich König von Deutschland wäre, würde ich vor allem bedürftigen Kindern helfen.

Sie haben drei Wünsche frei. Nennen Sie uns diese bitte. Willi Schissler: Mein erster Wunsch wäre, dass meine Familie und ich gesund bleiben. Dann wünsche ich mir, dass ich lange meinen Ruhestand mit meiner Familie genießen und in den Urlaub fahren kann. Und schließlich wünsche ich mir, gute Bücher zu schreiben.

Welcher Mensch in Ihrem Leben hat den größten Eindruck auf Sie gemacht? Willi Schissler: Altkanzler Helmut Schmidt hat mich sehr beeindruckt, weil er – auch heute noch – sehr souverän, genial und hochintelligent ist.

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