Willkommen 2014 !

Gersprenztal. Es war einmal. Und es war einmal schön: das saubere ökologische Denken und Planen. Bio, Nachhaltigkeit, Wind-, Wasser- und Solarenergie, Eier von fröhlich weidenden Hühnern, Steaks von glücklich geschlachteten Schweinen – wer das auf seiner persönlichen Agenda stehen hatte, war ein guter Mensch, ethisch stets auf der richtigen Seite. 2013 war wohl das Jahr, das einen P ock ins Herz dieser reinen und guten Ökologie stieß. Los ging alles 2011 mit der großen amtlich verordneten Verunsicherung, der Energiewende und dem sukzessiven Abbau der Atomkraftwerke bis zum Jahr 2022. Nun mussten alternative Energien her. Da Deutschland im Weltranking der Industrienationen mit seinem Bruttosozialprodukt, seinem Leistungs-Niveau oben dabeibleiben will, muss es ratzfatz gehen: Riesendächer mittelalterlicher Vierkanthöfe werden verschandelt mit schrill grinsenden Sonnenkollektoren, Berg-, Wald- und Wiesenlandschaften werden industrialisiert mit Solarkraftwerken und verspargelt mit fast 200 m hohen Betonmonstern – euphemistisch Windräder genannt. Muffelnde Biogasanlagen schießen wie Pilze aus den hinteren Ecken historisch attraktiver Dörfer, die Strompreise steigen und steigen und das ethisch korrekte Bio eisch steckt in einer Glaubwürdigkeitskrise.

Willkommen 2014! Machen wir die Welt ein wenig besser, aber mit Verstand, Ästhetik, Kompetenz, Konzept, Efzienz und mit sauberen, ehrlichen Methoden. Fangen wir hier im Odenwald an damit und lassen dieser uralten Kulturlandschaft ihre einzigartige Poesie, ganz ohne Windräder. Damit aus der liebenswerten Odenwaldheiterkeit keine „Odenwaldhölle“ (Antonia Baum in der FAZ) wird. Willkommen 2014! 12 Leserinnen und Leser dieser Zeitung haben zum Start ins neue Jahr ihre Meinung kundgetan. Darüber, was für sie 2013 gut war, was sich 2014 ändern sollte und was sie für persönliche Ziele im neuen Jahr verfolgen. Das Positive an 2013 reicht von persönlichen Reiseerlebnissen und geht über Karneval in Venedig, den starken Rückhalt im Familienverbund, Feuerwehrmusik, die fantastische Hilfsbereitschaft für die Flutopfer bis zu den Erfolgen einer Romanautorin, der Inbetriebnahme der Reinheimer Umgehungsstraße sowie der erfolgreichen Teilnahme der Ueberauer am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

Und was sollte sich 2014 unbedingt bessern? Ein Leser wünscht mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft. Eine Leserin hofft, dass wir gesellschaftlich zu einem Miteinander  nden. Dabei hat sie insbesondere die Menschen im Blick, die hier bei uns in Deutschland Zuflucht suchen vor Krieg, Hunger, Repression. Ein Thema, das für viele Leser von Belang ist: Das Tolerieren und Zueinander nden unterschiedlicher Kulturen. Ein Leser drückt das so aus: „Die verschiedenen Traditionen sind wertvoll und ich hoffe, dass mehr Menschen zueinander  nden und vom gegenseitigen Austausch profitieren.“ Mehr dazu im Innenteil dieser Zeitung.

Text: Dieter Preuss

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