Willkommen 2016!

2016Gersprenztal. „Krise“ war wohl das meist genutzte Wort im vergangenen Jahr. In der Regel wurde es in Zusammensetzungen gebraucht: Griechenlandkrise, Flüchtlingskrise, Eurokrise, Europakrise, Volkswagenkrise, Umweltkrise, Lufthansakrise, Ukrainekrise, DFB-Krise, Eintrachtfrankfurtkrise … Das ließe sich endlos weiterweinen, doch unsere Leser sollen ja fröhlich das neue Jahr beginnen. Der Entertainer und Kabarettist Dieter Nuhr hatte hierzu in seinem Jahresrückblick Bemerkenswertes gesagt: Nicht die Krisen hätten im Vergleich zu den Vorjahren zugenommen, sondern die Medien, Kanäle und Sendungen, über die man permanent „überinformiert“ werde. Dem sollte vorbehaltslos zugestimmt werden. Da kriegt man schon mal die Krise bei so viel x-fach gedoppelten Krisennachrichten übers Smartphone, Tablet, Radio, Fernsehen, über Presse, Blogs, Online Newsportale etc. etc. Und jetzt mal positiv: Wie uns Deutschen die „Flüchtlingskrise“ beweist, kann man aus so einer gigantischen Herausforderung stärker rauskommen als man hereingegangen ist; denn in jeder Krise steckt auch eine Chance zum Besseren: siehe unsere Bundeskanzlerin mit ihrem goldenen Motivationsappell „Wir schaffen das!“ Das hat ihr nicht nur einen Platz unter den Friedensnobelpreiskandidaten, sondern uns Deutschen auch ein etwas „warmherzigeres“ Image verschafft. Ist doch auch mal schön vor dem Hintergrund der vielen Krisen, die wir Deutsche in der Vergangenheit so angezettelt haben.

Willkommen 2016! Schauen wir in die Zukunft und auf das, was unsere Leser und Leserinnen so vom neuen Jahr erwarten. Denn wieder einmal haben 12 Odenwälder, Männer, Frauen, Rentner, Jugendliche, Arzt, Pfarrerin, Angestellte und Selbständige, Finanzwirt und Verlagskaufmann, Sängerin und Studenten, über ihre Wünsche und Hoffnungen für 2016 geschrieben. Neben dem persönlichen Wohl steht selbstverständlich auch das Flüchtlingsthema im Mittelpunkt des Interesses. Ein Leser meint dazu: „Ich sehe in dieser Sache positiv in die Zukunft, denn auch viele Odenwälder haben einen Migrationshintergrund un babbele sou wie isch!“ Gute Voraussetzungen für diese Integration sieht dieser Leser, wenn die sogenannten „Altbürger“ unsere heimische Sprache, Kultur und heimischen Werte positiv vorleben. Genau so sollte es doch funktionieren. Eine Leserin fordert den respektvollen Umgang miteinander ein und den Widerstand der Aufrichtigen gegen menschenunwürdige Aussagen und Herabsetzungen der Unaufrichtigen. Sehr schön ergänzt wird das durch folgenden Wunsch einer Sängerin und Chorleiterin: 2016 sollten mehr Menschen negative Haltungen und Skepsis ablegen und sich (optimistischer) auf neue Dinge und Veränderungen einlassen. Ein Ober-Ramstädter Leser rundet das wunderbar ab mit folgendem „Gelassenheitsgebet“: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Mehr dazu im Innenteil dieser Zeitung.
Text: Dieter Preuss

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