Wolfgang Mendel – Fischbachtal

Wolfgang Mendel – Fischbachtal

Die Gründung einer Laienspielgruppe war ein großer Traum des Fischbachtalers Wolfgang Mendel. Doch der waschechte Haiser engagiert sich darüber hinaus noch auf vielfältige Weise für seine Heimatgemeinde.
Wolfgang Mendel kam 1951 im Rahmen einer Hausgeburt in Niederhausen auf die Welt und wuchs zusammen mit seiner älteren Schwester auf. Bereits während seiner Schulzeit wurde sein Interesse für das Theater geweckt. „Ich hatte bei einer Weihnachtsfeier meinen ersten Auftritt und spielte in dem Stück ein Schulkind“, erinnert sich der 59-Jährige, der bis zum achten Schuljahr Theater spielte. Nach dem Abschluss der Handelsschule in Darmstadt absolvierte der Fischbachtaler eine Ausbildung zum Industriekaufmann in Rohrbach.
Als 17-Jähriger wurde Wolfgang Mendel von der Fischbachtaler Karnevalsgruppe angesprochen, ob er nicht als Berater in Musikfragen für den Verein aktiv werden könne. Doch schon bald übernahm er auch die Aufgabe, eine Ballettgruppe zu etablieren. „Die Frauen studierten ihre Choreografie ein und ich übernahm die Technik und Bühnengestaltung, etwas später dann auch den Kartenvorverkauf“, berichtet der Kulturinteressierte, der diese Aufgabe 33 Jahre lang ausführte. Nebenbei entstand zudem eine Männerballettgruppe, mit der er trainierte und Sketche aufführte. „Das war der Anfang zu unserer heutigen Laienspielgruppe. Ich wollte schon immer einmal eine Theatergruppe gründen, hätte aber nie gedacht, dass dies klappen würde“, sagt Wolfgang Mendel, der nach einem Maskenball im Jahre 2001 zusammen mit Ewald Ritter und Willi Schwebel die Idee in die Tat umsetzte: Bereits im Herbst des gleichen Jahres gab es drei ausverkaufte Vorstellungen der Laienspielgruppe Fischbachtal.
Der Haiser, der seit 1978 in Dieburg in der Verwaltung der Justizvollzugsanstalt tätig ist, übernahm in der Theatergruppe von Anfang an das Amt des Regisseurs. Damit ist er einerseits zuständig für die Stückauswahl, andererseits kümmert er sich um die Organisation, den Bühnenaufbau und den Kartenverkauf. „Aktuell laufen die letzten Proben für das diesjährige Stück „Die Tante Mitzi muss her“, das am 6. November Premiere feiert“, sagt Wolfgang Mendel, der für den 12. November noch Restkarten im Vorverkauf unter der Telefonnummer 06166-60124 anbieten kann. Der Erlös der Aufführungen, so hat das Team beschlossen, fließt einem gemeinnützigen Projekt im Fischbachtal zu. In den vergangenen Jahren konnten so z. B. zur Modernisierung eines Kinderspielplatzes in Billings und Niedernhausen beigetragen und ein Geschwindigkeitsmessgerät in Niedernhausen realisiert werden.
Um sich voll und ganz auf sein Hobby konzentrieren zu können, wird der Theaterbegeisterte von seiner Frau Gabi unterstützt. Diese hatte der Fischbachtaler 1973 kennengelernt, drei Jahre später geheiratet und mit ihr 1980 eine Tochter und 1985 einen Sohn bekommen.
Durch seine Frau kam Wolfgang Mendel zu zwei weiteren Hobbys: Reiki und kunsthandwerkliches Arbeiten mit Glas. Während sie Tiffanyarbeiten macht, fertigt er Mosaiktische und -lampen, die er auf Kunsthandwerkermärkten oder dem Lichtenberger Weihnachtsmarkt verkauft.
Als stellvertretender Ortsvorsteher engagiert sich der 59-Jährige seit einigen Jahren für seine Heimat und organisierte u. a. mit dem Beirat die 750-Jahr-Feier von Niedernhausen. „Ich gehöre jedoch keiner Partei an, sondern will mich als ausgleichendes Element für die Sache und Niedernhausen einsetzen“, erklärt der vielseitig Interessierte, der selbst Apfelwein keltert und seit zwei Jahren zusammen mit vier Freunden Schweine hält, füttert und verarbeitet.
Als Fan von keltischer Musik organisierte er 2009 erstmals ein Open Air im Lichtenberger Schlosshof mit Garden of Delight. Aber auch für die nächste Zeit hat Wolfgang Mendel noch einige Pläne: So will er zusammen mit der Laienspielgruppe ab 2011 eine Sammelstelle für die Aktion „Kinder in Not“ einrichten und eine Theatergruppe für Kinder und Jugendliche aufbauen. Bleibt bei all diesem Engagement noch etwas Zeit, wandert und liest der Haiser gerne, surft im Internet nach neuen Stücken oder fährt als Fußballfan von Bayern München zu so manchem Heimspiel.

Für das Anzeigenblatt Gersprenztal stand Wolfgang Mendel Rede und Antwort:

Wenn Sie König von Deutschland wären, was wäre Ihre erste Tat?
Mendel: Ich würde die Familien oder die Kinder direkt mehr unterstützen als dies momentan der Fall ist. Die Kinder sind schließlich unsere Zukunft.

Sie haben drei Wünsche frei. Nennen Sie uns diese bitte.
Mendel: Ich wünsche mir an erster Stelle Frieden, dass die Menschen miteinander reden und sich gegenseitig verstehen. Mein zweiter Wunsch wäre, dass keiner mehr auf der Erde hungern muss. Zu guter Letzt wünsche ich mir, dass meine Familie weiterhin gesund bleibt.

Welcher Mensch in Ihrem Leben hat den größten Eindruck auf Sie gemacht?
Mendel: Das ist für mich Mahatma Gandhi, da er sich ohne Gewalt für die Menschen einsetzte und mit der Sprache viel erreichte.

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