Wundervolles Burg- und Trachtenfest in Lindenfels

Die lebensfroheste Hochzeit im Odenwald

Lindenfels. Alles ist dreimal so schön in Lindenfels wenn die Sonne scheint. Die Burg, die Altstadt, der Kräutergarten, die Kuranlage, die Landschafts-Aussichten, die Gasthäuser mit ihren Biergärten, die lauschigen Plätze mit den Brunnen und das Burg- und Trachtenfest selbstverständlich. Nunmehr zum 112. Mal feierten die Lindenfelser ihr Traditionsfest, 4 Tage lang, von Freitag bis Montag. So auch am vergangenen Wochenende. Los ging es am Freitagabend im Kurgarten mit fröhlichen Liedern der Lindenfelser Gesangvereine. Weiter ging es am Samstagabend mit der offiziellen Eröffnung des Festes und dem Platzkonzert der Festkapelle am Lindenplatz. Die Stadt platzte aus allen Nähten mit den vielen gut gelaunten Gästen, die sich am Feuerwerk erfreuten, tanzten, sangen und lachten bei flotter Livemusik oben auf der Burg, aber auch unten in den Gaststuben und Häusern. Den krönenden Abschluss fand das Fest am Montag mit dem musikalischen Frühschoppen auf der Burg sowie einem Kinderfest und am Montagabend mit dem Aufmarsch der Lindenfelser Trachtenkapelle.

Der Höhepunkt des viertägigen Volksfestes war wie stets der Festzug am Sonntagnachmittag mit den Handwerkern, Bauern, Brautleuten, Trachtengruppen, Wachleuten, Spielmannszügen, Blaskapellen, Kutschen und anderem fröhlichen Gesindel. Traditionell wird mit dem Umzug eine Bauernhochzeit um 1900 ins Bild gesetzt. Das Lindenfelser Brautpaar 2017 waren Christina und Matthias Arras. Um dieses Paar herum gruppierten sich in prächtigen historischen Kostümen alle, die so eine Odenwälder Bauernhochzeit vor mehr als 100 Jahren drall und prall machten. Die Familien der Brautleute, die Schankwirte und Stadtoberen, Bürger, Bauern und Handwerker, die Hochzeitskutsche, ein Kammerwagen mit der Aussteuer der Braut mit Gothekissen, Spinnrad, Töpfen, Geschirr, Wiege für den Nachwuchs, Himmelbett und hundert Sachen mehr. Dabei auch der Ziegenbauer und die Brautkuh, die ebenfalls Teil der Aussteuer war. Eine wunderbar lebendig nachgestellte Tradition, bei der das Echte und Wahrhaftige direkt aus dem Heimatmuseum geholt wurde.

Tausende Gäste aus dem gesamten Rhein-Main-Neckar-Raum konnten sich daran erfreuen. Die Stimmung war großartig, worüber sich Klaus Johe, Geschäftsführer des örtlichen Verkehrsvereins und somit Veranstalter des Lindenfelser Burg- und Trachtenfest‘, ebenfalls sehr freute: „Superstimmung, Superwetter – so macht das Leben Spaß!“ Und der Spaß ging nach dem Umzug gerade weiter oben auf der Burg in gemütlicher Runde mit kühlem Bier und zünftig Gegrilltem und mitreißender Volksmusik der „Siebenbürger Musikanten“ und der Festkapelle. Ein gutes Zeichen setzten die Lindenfelser Brauchtumsp eger auch mit der Integration einiger „Flüchtlinge“ in das Festgeschehen. So wurde das Schild der Stadtwache von Muhammed Hassan Ashareefy in historischem Kostüm getragen. Eine feine Geste!
Text/Bild: Dieter Preuss

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